Chronik 16. bis 17. Jahrhundert

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16. und 17. Jahrhundert (1501-1700)


1617-09-04: Ortsbrand Schlüsselburg – heute zu Petershagen (MI)
1683 -------: Erlass der Soestischen Feuerordnung – heute Kreis Soest (SO)



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16. Jahrhundert (1501-1600)


1511

Die ersten Bemühungen, ein Feuer mit eigens dazu bestimmten Personen zu löschen, können für die Stadt Braunschweig bis ins Mittelalter zurückverfolgt werden. Laut der ersten zusammenhängenden Feuerordnung von 1511 wurden dabei vorwiegend Mönche, Steindecker und Wächter zur Brandbekämpfung herangezogen. In den nächsten Jahrhunderten wurde dieser Personenkreis dann immer mehr erweitert, jedoch erwiesen sich die vielen bei einem Feuer zusammenkommenden Helfer oftmals als wirrer Haufen, der teilweise mehr Schaden anrichtete als zur Rettung und Löschung beitrug ... [mehr]


1534

Am 28. April 1534 tritt die neue „Feuer-Ordnung der Stadt Wien“ in Kraft. Sie enthält erstmals Vorschriften für den "thurmer auff sanct Steffans thurm" und führt damit den Wachdienst des Türmers von Sankt Stefan ein (dieser Dienst wurde erst 1956 eingestellt): Feuersignal durch Glockenschlag und Richtungsangabe durch Ausstecken einer roten Fahne bei Tag und einer roten Laterne bei Nacht.


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17. Jahrhundert (1601-1700)



Feuerknecht Motiv einer Sonderbriefmarke zum 300-jährigen Bestehen der BF Wien

Wien | Österreich | Quelle: Austria-Forum.

Die Bevölkerung der Stadt Wien stand zu Beginn des 17. Jahrhunderts den immer wieder ausbrechenden Großbränden mehr oder minder hilflos gegenüber. Damals war noch die „Feuer-Ordnung der Stadt Wien“ vom 28. April 1534 in Kraft. Zwar hatte die Stadtverwaltung die Verpflichtung, Löschgeräte für die Brandbekämpfung bereitzustellen, aber die Brandbekämpfung stützte sich überwiegend auf bürgerliche Selbsthilfe.

Als Wachdienst gab es damals den Türmer von Sankt Stephan, der in der Feuerordnung von 1534 festgeschrieben wurde. Aber erst grundlegende Neuerungen in der Brandbekämpfung führten am Ende des 17. Jahrhunderts zu einem wesentlich effizienteren Löschwesen. Die Neufestlegung der Verantwortung für das Feuerlöschwesen und die Einstellung von vier „Feuerknechten“ im Jahre 1686 stellten eine Wende in diesem lebenswichtigen Bereich der Stadtverwaltung des 17. Jahrhunderts dar, deren Auswirkungen bis in unsere Tage reichen. Dieses Jahr ist als Gründungsjahr der Wiener Berufsfeuerwehr anzusehen, auch wenn die Bezeichnung „Feuerwehr“ damals noch unbekannt war.


1602

Philipp Heinrich von Aschhausen verkauft 1602 der Stadt Nürnberg für 600 Gulden die erste große Feuerspritze.


1614

In Leipzig erscheint 1614 das erste Buch über Feuerspritzen in deutscher Sprache.


1617-09-04


Petershagen-Schlüsselburg | Kreis Minden Lübbecke | Quelle: Mindener Tageblatt vom 10.06.2010.

Wegen der engen Bebauung wurde Schlüsselburg im Mittelalter bei zahlreichen Brandkatastrophen in Schutt und Asche gelegt. Am 4. September 1617 werden bis auf wenige Ausnahmen alle Häuser im Ort zerstört. Seitdem wird in Schlüsselburg am 4. September ein Brandgedächtnisgottesdienst gefeiert. Im Jahr 1787 stehen sechs Leitern, zehn große Haken, drei Wasserkübel auf Schlitten und 32 Ledereimer für den Kampf gegen das Feuer zur Verfügung. Die erste Feuerspritze kam mit der Gründung der Bürgerwehr um 1800 nach Schlüsselburg.


1624

In der ersten Phase des Dreißigjährigen Krieges entsteht die älteste, heute noch erhaltene, Handdruckspritze der Welt. Zu sehen im Feuerwehrmuseum in Fulda.


1634

Zur Feuerbekämpfung entsteht 1634 in Oberstedten (heute zu Oberursel, Hessen) eine Pflichtfeuerwehr. Die Freiwillige Feuerwehr wird hier erst 1907 gegründet.


1666

Nach dem großen Brand von London 1666 gründeten Versicherungsgesellschaften in England die ersten Feuerwehren. Die Regierung beteiligte sich erst 1865 daran, als diese Feuerwehren zur Londoner Stadtfeuerwehr (London’s Metropolitan Fire Brigade) wurden.


1677

Die Stadt Hamburg erhält 1677 die erste Schlauchspritze in Deutschland.


1685

Als ernsthafte Vorläufer der Wiener Berufsfeuerwehr kann man die bezahlten Feuerknechte ansehen, welche 1685 eingestellt wurden und die schon damals im Zeughaus „Am Hof“ einquartiert waren. In einer schriftlichen „Instruction“ sind Aufgaben und Wochenlohn für die Feuerknechte festgelegt. Seinerzeit kannte man weder die Idee noch die Bezeichnung „Feuerwehr“. Es dauerte auch noch lange, bis es eine einheitliche Kleidung für die Feuersknechte gab, nämlich erst ab 1786.


1689

Denis Papin (1647-1712) erfindet 1689 in Kassel die erste Zentrifugalpumpe. Im gleichen Jahr wird in Wien die erste Berufsfeuerwehr aufgestellt.


1700

Zu diesem Jahr liegen keine Informationen vor


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Linktipps


Linksammlung zur Feuerwehrhistorik.
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